Auslandstudie: Brasilien – Kurs SMM152

22. September 2016

Gegensätze, Lebensfreude, Natur und das SIBE-Studium – ein Reisebericht.

Erstellt von: Sandra Flint

Carina Scharf studiert im SMM152 an der SIBE und hat für uns ihre Brasilien-Auslandsstudie zusammengefasst. An dieser Stelle noch einmal: Vielen Dank!

Die dreiwöchige Auslandsstudie im Rahmen des SIBE-Management-Master – M.Sc. in International Management entführte mich und meine 34 Kommilitonen im August nach Brasilien, dem größten und bevölkerungsreichsten Land Südamerikas, welches gerade durch politische und wirtschaftlichen Krisen geprägt ist und in dem zeitgleich die Olympiade ausgetragen wurde. Generell ist Brasilien für mich DAS Land der Gegensätze, nicht nur weil Arm und Reich direkt nebeneinander liegen, sondern auch weil die Temperaturen unterschiedlicher nicht sein könnten. In einer Distanz von nur einer Fahrtstunde wird man mit 10 Grad Temperatur Unterschied überrascht.

Bevor es für mich nach Curitiba ging, der Ort unserer brasilianischen Partneruniversität und Hauptstadt des Staates Paraná sowie mit 2 Mio. Einwohner die achtgrößte Stadt Brasiliens, habe ich eineinhalb Wochen Urlaub im Land der Gegensätze verbracht. Die erste Station führte mich nach Manaus – dort wo sich der Rio Negro und der Amazonas treffen. Hier verbrachte ich zwei Nächte in einer einfachen Holzhütte knapp 100 km tief im Regenwald und konnte Flussdelphine, Kaimane, Piranhas sowie Affen und heimische Vogelarten hautnah und authentisch erleben.

Nachdem ich dann die Hauptstadt des Amazonas – ehemals bekannt für seinen Kautschuk – noch erkundete, flog ich weiter nach Rio de Janeiro, der wohl bekanntestes Stadt Brasiliens. Dort verbrachte ich fünf Tage und habe die klassischen Sehenswürdigkeiten, wie den Zuckerhut, die Christo-Statue, sowie Copacabana und Ipanema erlebt. Mein persönliches Highlight war jedoch eine Favela-Tour (= Armenviertel) durch die Rocinha zusammen mit Jody King, einem Engländer, der seit 3,5 Jahren aus Überzeugung selbst dort lebt und die Englischschule »Favela Phoenix« für Kinder und Erwachsene gegründet hat, die den Bewohnern der Favela kostenlosen Sprachunterricht – nicht zuletzt durch die Tourengelder – ermöglicht. Hier war ich begeistert von den Einheimischen, der Lebensweise, dem Lächeln der Bewohner und des Gefühls einer großen Familie.
Weiteres Highlight war für mich die Selaron Treppe, einer gigantischen Fliesentreppe, und der Ruinen Park im Stadtviertel Santa Teresa, von dem man einen schönen Blick über die Stadt hat. Auch der Pedra do Arpoador, ein Felsvorsprung am Ipanema-Strand, ist durch seinen atemberaubenden Sonnenuntergang definitiv einen Besuch wert.

Nachdem ich in den eineinhalb Wochen meines Brasilien-Urlaubs einen guten Überblick über das Land bekommen habe, ging es nach Curitiba. Von den sonnig-warmen Temperaturen von Manaus und Rio verwöhnt, fror ich bei durchschnittlichen 12 Grad im brasilianischen Winter – und das obwohl Curitiba nur eineinhalb Flugstunden von Rio entfernt ist. Das Zusammentreffen mit meinen Kommilitonen wurde mit dem Nationalgetränk, dem Caipirinha, ausgiebig gefeiert bevor wir dann unseren ersten Uni-Tag hatten. Nach wir am Abend noch fast ausgeraubt wurden, wartete eine Woche voller spannender Strategie-Seminare auf uns, durch welche die brasilianische Herangehensweise und Denkart sehr gut vermittelt wurde. Die darauffolgende Woche stand im Zeichen der Unternehmensbesuche. Insgesamt besuchten wir sieben Unternehmen – jedoch bildeten folgende drei meine Favoriten: DAF Trucks, welche spürbar von den Wirtschaftskrise betroffen sind und derzeit eine Auslastung von nur 5-10% haben; Alto Alegre, eine Zuckerrohrfabrik, in der wir Einblicke vom Anbau über die Ernte bis hin zur Verarbeitung erhalten haben; und Recco, eine Textilfabrik spezialisiert auf Unterwäsche, deren Produktion wir besucht haben und verwundert waren, dass nahezu alles per Hand gefertigt wird. In der dritten Woche beschäftigten wir uns ausschließlich mit der Finalisierung und Verteidigung unserer MBA-Thesen, welche in einer angenehmen Atmosphäre stattfand. Innerhalb der drei Wochen waren die Abende geprägt von den ein oder anderen Caipirinhas, gutem und fleischlastigem Essen, von einem Welcome- und Goodbye-Dinner in einer noblen Churrascaria und Curitiba’s Nachtleben.

Ein Wochenend-Ausflug nach der ersten Uni-Woche entführte uns an die argentinische Grenze zu den Iguazú-Wasserfällen, die größten Wasserfälle der Erde und zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Hier waren wir gesegnet von Sonnenschein, warmen Temperaturen und unglaublichen Panorama-Ausblicken, an denen man sich nicht satt sehen konnte.

Insgesamt war die Auslandsstudie ein voller Erfolg und mit gesamt einem Monat brasilianischer Auszeit ist die Motivation für die Arbeit, für mein Studienprojekt und letztlich für die Masterthesis wieder in vollem Gange.