Ist Karriere planbar?

23. Juni 2015

Nachbericht zum 12. SIBE Kamingespräch mit Alumna Miriam Eichler

Erstellt von: Sandra Flint

Das 12. SIBE Kamingespräch stand unter der Leitfrage „Ist Karriere planbar?“ und gab sowohl Alumni als auch Studierenden der SIBE die Möglichkeit, sich über Karriereziele und -planung auszutauschen.
Referentin Miriam Eichler ist heute als Director Talent Attraction & HR Communications sowie Business Mentorin bei ZEISS tätig. DAS SIBE-Studium absolvierte sie 2008 – mit der AMG als projektgebendem Unternehmen. 2010 wechselte Sie dann zunächst als Director Human Resources Development, Training & Marketing zu Zeiss Vision und Ende 2012 zur Muttergesellschaft der Carl Zeiss AG.

Besonders interessant war für die Teilnehmer, dass Miriam Eichler als erfahrene Personalerin auch die Arbeitgebersicht auf Karriereplanung beleuchten konnte.
Am Beispiel der Laufbahn von VW-CEO Martin Winterkorn zeigte sie auf, dass Kaminkarrieren immer seltener ins Top-Management führen. Stattdessen sind Erfahrungen in den verschiedenen Bereichen eines Unternehmens zunehmend Voraussetzung für hohe Positionen. Durch die Ansprüche globaler Märkte und lokaler Kunden suchen Unternehmen die Balance zwischen globalen und lokalen Aspekten. Dadurch wird auch Auslandserfahrung für Führungspositionen immer wichtiger.

Unternehmen erkennen außerdem zunehmend die Relevanz von gezielten Entwicklungsprogrammen, vom Traineeprogramm bis zur Führungskräfteentwicklung. Auch Mentoring-Programme, sei es innerhalb des Unternehmens oder unternehmensübergreifen, werden immer häufiger. Durch Mentoring werden informelle Entwicklungspfade aufgezeigt und beide Seiten können wichtige neue Erkenntnisse gewinnen. Als wichtigen Tipp gab Miriam Eichler, die sich auch an der SIBE als Mentorin engagiert, den Zuhörern mit, vor allem bei internem Mentoring den eigenen Vorgesetzen in die Organisation mit einzubeziehen und transparent zu machen, um welche Ziele es geht. Andernfalls könnten leicht Spannungen entstehen, falls der Vorgesetzte das Gefühl hat, es werde hinter seinem Rücken über seine Person gesprochen.

Bis vor kurzem war Karriere gleichgesetzt mit dem Erreichen von Managementpositionen mit Mitarbeiterverantwortung. Mittlerweile fördern Unternehmen auch zunehmend Fachlaufbahnen, um Experten mit wertvollem Know-How an das Unternehmen zu binden. Im gleichen Zug gewinnen Nachfolgeplanung und Wissensmanagement immer mehr an Bedeutung, da viele Unternehmen vor deutlichen demographischen Veränderungen in der Zusammensetzung der Belegschaft stehen. Langjährige Mitarbeiter mit enormen Kompetenzen treten in absehbarer Zeit aus und es ist zentral für Unternehmen, langfristig Nachfolger aufzubauen.

Und zuletzt: Egal, wie gut die eigenen Performance ist; egal, wie grandios das Projektergebnis – ohne Planstelle gibt es keine Karriere. Denn, so Miriam Eichler: „Stellen werden nicht um Personen, sondern um Aufgaben gebaut“.

Tipps aus den persönlichen Erfahrungen

Nach den Erfahrungen der Referentin ist Karriere nur bedingt planbar. Es gibt aber einige Faktoren, die zumindest die Wahrscheinlichkeit, die eigenen Karriereziele zu erreichen, deutlich erhöhen. Aus eigenem Erleben betont sie dabei besonders das Thema Netzwerken. Je mehr wertvolle Kontakte, desto größer sind die Chancen, dass sich Möglichkeiten ergeben und sich Türen öffnen, von denen man vorher noch gar nicht wusste.

Außerdem gibt sie die folgenden Tipps:

– Suchen Sie sich einen Mentor – Regelmäßiges Feedback fördert die Entwicklung.
– Ruhen Sie sich nicht auf Ihren Lorbeeren aus – Nach dem Sieg ist vor dem Sieg.
– Kommunizieren Sie klar Ihre Erwartungshaltung – Ihr Vorgesetzter kann nicht Gedankenlesen.
– Haben Sie Spaß bei Ihrer Arbeit – So erreichen Sie mehr als bei reiner Pflichterfüllung.
– Bleiben Sie authentisch – Nur, wer sich in seiner Haut wohl fühlt, strahlt Selbstwusstsein und Sicherheit aus.
– Nehmen Sie sich nicht so wichtig – Sie sind nur ein Mitglied eines Teams.

In der anschließenden Diskussion sprachen die Teilnehmer vor allem über die Relevanz von Zielen für die Karriere. Der Grundtenor war dabei, dass es zwar wichtig ist, sich klar zu machen, was man will und wo es hingehen soll. Auf der anderen Seite sind aber auch Flexibilität und Offenheit wichtig, um Chancen zu erkennen, die einen auf ganz neue Wege bringen können.
Auch beim anschließenden Get-Together wurden die Denkanstöße des Abends noch intensiv weiterdiskutiert.

Wir bedanken uns bei Miriam Eichler und allen Teilnehmern, die zu diesem gelungenen und wertvollen Abend beigetragen haben.